Hilfe, wenn die Spucke wegbleibt!

astrea Apothekenmagazin • 16. Oktober 2024

Wussten Sie schon? Speichel besteht zu 99 Prozent aus Wasser sowie wichtigen Enzymen, Abwehrstoffen, Schleimstoffen und Mineralien. Für unsere Mundgesundheit ist er unverzichtbar.

Speicheldrüsen

Drei grosse Speicheldrüsenpaare sorgen dafür, dass unser Mund nicht auf dem Trockenen sitzt. Ergänzend sind zahlreiche kleine Speicheldrüsen im gesamten Mundbereich verteilt, sodass täglich etwa 0,5 bis 1,5 Liter Speichel produziert werden.


Aufgaben des Speichels

Bei genauer Betrachtung überrascht es, wie viele Aufgaben unsere Spucke übernimmt. Verschiedene Enzyme im Speichel zerlegen die Nahrung – insbesondere die Alpha-Amylase spielt eine zentrale Rolle, da sie Kohlenhydrate aufspaltet. Ausserdem umhüllt der Speichel das zerkaute Essen, was das Schlucken erleichtert. Darüber hinaus fördert der Speichel das Geschmacksempfinden, indem er Aromen aus dem Essen löst und verteilt.


Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Schutzfunktion des Speichels auf der Mundschleimhaut. Zudem schützt er den Zahnschmelz, indem er als Säurepuffer wirkt und Mineralien enthält, die einer Demineralisierung der Zähne entgegenwirken.


Was beeinflusst den Speichelfluss?

Verschiedene Faktoren können den Speichelfluss beeinflussen. Bereits der Anblick einer schmackhaften Mahlzeit lässt uns das Wasser im Mund zusammenlaufen. Auch die tägliche Trinkmenge spielt eine entscheidende Rolle. Stress und Angst können hingegen die Speichelproduktion drosseln. Rauchen und hoher Alkoholkonsum haben ebenfalls negative Auswirkungen. Zudem kann die regelmässige Einnahme bestimmter Medikamente den Speichelfluss beeinträchtigen. Bei ständiger Mundtrockenheit sollte daher die Medikamentenliste überprüft werden, eventuell in Absprache mit dem Arzt auf ein anderes Präparat gewechselt werden.


In manchen Fällen kann eine spezifische Erkrankung der Auslöser sein. Beim Sjögren-Syndrom etwa greift das eigene Immunsystem die Speichel- und Tränendrüsen an. Bei einem schlecht eingestellten Zuckerstoffwechsel scheidet der Körper vermehrt Urin aus, um überschüssigen Zucker loszuwerden. Es ist jedoch ganz normal, dass der Speichelfluss mit zunehmendem Alter abnimmt.


Mundhygiene ist wichtig!

Wenn sich der Mund zwischendurch trocken anfühlt, ist dies kein Grund zur Sorge. Halten die Beschwerden jedoch länger an, können Appetitlosigkeit, Mundgeruch, Schluckbeschwerden, Zahnfleischerkrankungen und Karies die Folge sein.



Eine gute Mundhygiene ist daher unerlässlich, um Zahngesundheit zu gewährleisten. Zähne sollten mindestens zweimal täglich mit fluoridhaltiger Zahnpasta und einer weichen Bürste geputzt werden. Bei leichten Entzündungen kann das Spülen mit Salbeitee helfen, was zudem für frischen Atem sorgt. Die Inhaltsstoffe wirken antientzündlich und antimikrobiell und entfalten einen leicht adstringierenden Effekt. Interessant ist, dass im Mittelalter Menschen die rauen Salbeiblätter als Zahnbürste verwendeten.


Trinken, Getränkeauswahl und Kaugummi

Viel trinken ist das oberste Gebot, um keinen Frosch im Hals zu bekommen. Die richtige Getränkeauswahl kann die Lust am Trinken fördern. Mineralwasser mit frischer Zitrone oder etwas Ingwer ist besonders lecker. Das Lutschen von kleinen Eiswürfeln aus Ananassaft regt ebenfalls den Speichelfluss an, da die exotische Frucht Enzyme enthält, die dabei helfen. Auch Kaugummi kauen kann hilfreich sein. Ein weiterer Tipp aus der Naturheilkunde ist das mehrmalige Kauen aromatischer Fenchelsamen. Es gibt viele Möglichkeiten, den Speichelfluss anzuregen, damit der Mund stets feucht bleibt.


Ölziehen

Eine Mischung aus 1 Teelöffel Sonnenblumenöl plus 1 Tropfen reines ätherisches Zitronenöl von guter Qualität wird im Mund und zwischen den Zähnen hin- und herbewegt. Nach einigen Minuten in ein Blatt Haushaltspapier spucken und im Hausmüll entsorgen. Dies reinigt und pflegt die Schleimhäute.


Aktuelles aus Ihrer Apotheke

von astrea Apothekenmagazin • 14. Oktober 2026
Mit dem Jahresbeginn rollt in der Regel die saisonale Grippewelle übers Land. Aber ab wann spricht man überhaupt von einer Grippewelle? Was unterscheidet die «echte» Grippe von einem grippalen Infekt? Ein Hüsteln hier, ein Niesen da: Wenn draussen eisige Kälte herrscht und drinnen die Heizungsluft für trockene Schleimhäute sorgt, verfolgen uns Grippe- und Erkältungsviren auf Schritt und Tritt. Über winzige Tröpfchen entweichen sie erkrankten Personen beim Niesen, Husten oder Sprechen und verteilen sich auf die Umgebung. Für kurze Zeit verbleiben sie in der Luft, von wo sie durchs Einatmen direkt übertragen werden. Auf umliegenden Oberflächen überleben sie zudem mehrere Stunden und gelangen durch die Berührung mit den Händen über die Schleimhäute in den Körper der nächsten Person. Überschreitet die erfasste und auf die Bevölkerung hochgerechnete Anzahl an Grippeverdachtsfällen einen festgelegten Schwellenwert, ist von einer Grippewelle die Rede. Der Unterschied zwischen Erkältung und Grippe Nun hat man sie also, diese blöde Erkältung. Oder ist es doch die Grippe? Die Symptome einer Erkältung, auch grippaler Infekt genannt, und die der «echten» Grippe sind zwar ähnlich, beide Erkrankungen haben jedoch ansonsten nichts miteinander zu tun. Während sich eine Erkältung normalerweise mit Halsschmerzen und Fliessschnupfen ankündet, schlägt die Grippe mit plötzlich eintretendem Fieber, starker Abgeschlagenheit und Kopf- und Gliederschmerzen unerwartet zu. Als Auslöser einer Erkältung kommen über 200 verschiedene Erkältungsviren infrage. Bei der Grippe hingegen ist der Fall klar: Der Übeltäter heisst Influenzavirus. Dieses wird unterteilt in die Typen A, B und C. Die Typ-A-Viren sind für den Menschen die gefährlichsten und sorgen für die meisten Grippefälle. Sie werden anhand der Oberflächenmerkmale in Subtypen eingeteilt, wobei aktuell die Influenza-A-Subtypen A(H1N1)pdm09 und A(H3N2) dominieren. Typ-B-Viren kommen etwas seltener vor, während Typ-C-Viren unter Menschen kaum verbreitet sind. Nationale Überwachung von Grippeausbrüchen Grippeviren sind hoch ansteckend. Um eine Epidemie frühzeitig zu erkennen, wird die Grippe in der Schweiz durch mehrere Meldesysteme überwacht. So sind Laboratorien verpflichtet, dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) sämtliche positiven Influenza-Nachweise zu melden. Da aber nicht bei allen grippeähnlichen Beschwerden gleich ein Arztbesuch nötig ist und auch nicht alle mit Grippeverdacht in der Arztpraxis getestet werden, können diese Zahlen die aktuelle Grippesituation kaum ausreichend abbilden. Aus diesem Grund übernimmt das Meldesystem «Sentinella» eine wichtige Rolle bei der Überwachung von Grippeausbrüchen. Rund 180 Praxen melden freiwillig und anonym grippeähnliche Krankheits- und Verdachtsfälle an das BAG. Ergänzend dazu werden im Rahmen des spitalbasierten Meldesystems «CH-SUR» Daten zu Hospitalisierungen im Zusammenhang mit Influenza erfasst. Die Grippewelle Die aus den Meldesystemen gewonnenen Zahlen ergeben zusammen einen guten Überblick darüber, wie viele Grippefälle gerade die Schweiz heimsuchen. Da sich diese während der Wintermonate häufen, wird zwischen der Kalenderwoche 40 eines Jahres und der Kalenderwoche 20 des Folgejahres von der Grippesaison gesprochen. Überschreitet die erfasste und auf die Bevölkerung hochgerechnete Anzahl an Grippeverdachtsfällen einen festgelegten Schwellenwert, ist von einer Grippewelle die Rede. Eine solche ist meist zwischen den Monaten Dezember und März zu beobachten. Für die aktuelle Grippesaison 2023/24 wurde der Schwellenwert auf 68 entsprechende Arztkonsultationen pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner festgelegt. Nicht immer harmlos Während eine herkömmliche Erkältung für gesunde Personen keine Gefahr darstellt, verläuft die «echte» Grippe nicht immer harmlos. Influenzaviren breiten sich öfter auf Lunge, Herz und Gehirn aus als andere Viren. Zudem schwächt die Grippe das Immunsystem stark, was eine sekundäre Infektion mit Bakterien erleichtert. Komplikationen in Form einer Lungenentzündung, Ohrenentzündung oder entzündeter Bronchien sind mögliche Folgen, die auch lebensbedrohlich verlaufen können. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Schwangere, Personen mit chronischen Erkrankungen und frühgeborene Kinder. Grippebedingte Komplikationen führen jährlich zu rund 1000 bis 5000 Hospitalisationen sowie zu mehreren Hundert Todesfällen. Viel Ruhe und ausreichend Flüssigkeit Wer an einer Grippe erkrankt, gehört ins Bett. Nun steht die Linderung der Symptome und die Förderung der Genesung im Mittelpunkt. Dabei helfen vor allem viel Ruhe, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und allenfalls in der Apotheke erhältliche Medikamente zur Reduktion der Beschwerden. Antivirale Arzneimittel, die direkt auf das Virus wirken und dessen Vermehrung hemmen, können dazu beitragen, die Dauer und Schwere der Grippe zu verringern und Komplikationen zu verhindern. Sie kommen zum Einsatz, wenn ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf besteht, und werden vom Arzt oder der Ärztin verschrieben. Wichtig ist, dass eine entsprechende Therapie innert 24 bis 48 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome begonnen wird, da sie dann den grössten Nutzen aufweist. Und Antibiotika? Bei der Erkältung wie auch der Grippe handelt es sich um eine Infektion der oberen Atemwege, die hauptsächlich durch Viren verursacht wird. Antibiotika wirken hingegen nur bei Krankheiten, bei denen Bakterien im Spiel sind – weshalb sie bei einer einfachen Erkältung oder Grippe wirkungslos sind. Vorbeugen ist besser als heilen Die einfachste und wirksamste Möglichkeit, sich vor Grippe zu schützen, ist die jährliche Grippeimpfung. Mit nur einem kleinen Pieks reduziert sie das Risiko, sich selbst sowie seine Mitmenschen mit der saisonalen Grippe anzustecken und vermindert die Gefahr möglicher Komplikationen. Da sich Influenzaviren von Jahr zu Jahr verändern können, muss die Grippeimpfung jedes Jahr angepasst und aufgefrischt werden. Der Impfstoff besteht dabei aus Bruchstücken abgetöteter Influenzaviren, die eigens dafür in Hühnereiern gezüchtet werden müssen. Dieses Verfahren braucht Zeit. Aus diesem Grund versucht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits im Frühling eine Prognose zu erstellen, welche Viren für die Grippefälle im darauffolgenden Winter verantwortlich sein könnten. Wie hoch der Schutz der jährlichen Grippeimpfung schlussendlich also wirklich ist, hängt davon ab, wie gut diese Voraussage mit den tatsächlich zirkulierenden Erregern übereinstimmte.
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