Die Prostata und ihre Erkrankungen

astrea Apothekenmagazin • 16. Oktober 2024

Die Prostata ist ein männliches Organ, das ausschliesslich bei Männern Probleme verursachen kann, darunter Vergrösserungen, Krebs und Entzündungen.

Die Prostata: Funktionen, Lage und gesundheitliche Bedeutung für Männer

Die Prostata, auch bekannt als Vorsteherdrüse, ist ein Organ, das ausschliesslich bei Männern vorkommt und daher nur ihnen gesundheitliche Probleme bereiten kann, insbesondere im Alter.


Das kastanienförmige Organ befindet sich direkt unterhalb der Harnblase. Der Anfang der Harnröhre, die den Urin ableitet, verläuft durch die Prostata, während die Enden der beiden Samenleiter in die Harnröhre münden.


Die Prostata hat zwei wesentliche Funktionen und fungiert dabei wie eine Weiche. Sie ist zum einen an der Harnentleerung beteiligt, indem sie den Urin über die Harnröhre zur Ausscheidung leitet. Zum anderen spielt sie eine zentrale Rolle bei der Fortpflanzung und Ejakulation. Die Prostata produziert ein Sekret, das einen Teil der Samenflüssigkeit bildet. Diese basische Flüssigkeit unterstützt die Spermien, im sauren Milieu der Vagina zu überleben und erfolgreich zur Eizelle zu gelangen.


Prostatavergrösserung: Herausforderungen und Behandlungsmöglichkeiten

Ein älterer Kunde in der Apotheke sagte kürzlich: „Es ist schön, alt zu werden, aber es ist weniger schön, alt zu sein.“ Es heisst auch, wenn Männer altern, werden sie interessant. Gleichzeitig sehen sie sich mit mühseligen gesundheitlichen Herausforderungen konfrontiert. Eine davon ist die gutartige Prostatavergrösserung, die Beschwerden wie verzögerte Harnentleerung, schwachen Harnstrahl, Harnstottern und häufigen Harndrang bis hin zur Inkontinenz verursacht.


Etwa 50 Prozent der Männer über 50 Jahre und 80 Prozent der Männer über 80 Jahre sind von der Prostatahyperplasie betroffen. Die Vergrösserung des Organs beeinträchtigt die Funktion der Harnröhre und führt zu Schwierigkeiten bei der Blasenentleerung.


Es ist wichtig, eine Diagnose ärztlich abklären zu lassen, da ähnliche Symptome auch auf ernsthafte Erkrankungen wie Prostatakrebs, Diabetes oder eine Reizblase hinweisen können.


Glücklicherweise gibt es wirksame Behandlungsmöglichkeiten. Zu den häufig verwendeten Medikamenten zählen auch pflanzliche Mittel wie Extrakte aus den Früchten der Sägepalme, die in der Regel gut verträglich sind, abgesehen von möglichen Verdauungsbeschwerden.


Alphablocker wie Tamsulosin bieten eine schnelle Linderung der Symptome. Sie können jedoch auch den Blutdruck senken, was unerwünschte Nebenwirkungen wie Schwindel und Herzklopfen verursachen kann.


5α-Reduktasehemmer wie Finasterid und Dutasterid verringern die Prostatagrösse nach etwa drei bis sechs Monaten, indem sie die Wirkung männlicher Sexualhormone unterdrücken. Allerdings können diese Medikamente Nebenwirkungen wie reduzierte Libido, Potenzprobleme und Ejakulationsstörungen hervorrufen. Für Männer, die Bedenken bezüglich dieser Nebenwirkungen haben, gibt es alternative Medikamente wie verwandte Wirkstoffe von Viagra®, die ebenfalls bei der Prostatavergrösserung eingesetzt werden und gegenteilige Effekte haben.


Prostatakrebs: Häufigkeit, Symptome und Behandlung

Prostatakrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten bei Männern. Er kann ähnliche Symptome wie die gutartige Prostatavergrösserung verursachen, darunter Schwierigkeiten bei der Harnentleerung. Zusätzlich können Blut im Urin und in der Samenflüssigkeit, Schmerzen sowie unerklärlicher Gewichtsverlust auftreten. Wie bei jeder Krebserkrankung ist Prostatakrebs das Resultat eines übermässigen Zellwachstums.


Eine positive Nachricht ist, dass Prostatakrebs häufig nur lokal in der Prostata auftritt und somit vergleichsweise gut behandelbar ist. Dennoch besteht die Gefahr, dass er metastasiert und Ableger in umliegenden Geweben sowie in verschiedene Organe streut.


Die Behandlungsmöglichkeiten für Prostatakrebs umfassen:

  • Chirurgische Entfernung der Prostata (Prostatektomie)
  • Strahlentherapie
  • Medikamentöse Therapie: Ein zentrales Ziel der medikamentösen Behandlung ist die Blockade der männlichen Sexualhormone. Diese sind für das Wachstum des Krebses entscheidend.


Prostataentzündung: Ursachen, Symptome und Behandlung

Die Prostataentzündung, auch als Prostatitis bekannt, wird häufig durch eine bakterielle Infektion der Drüse verursacht. Sie äussert sich ähnlich wie eine Blasenentzündung und kann Symptome wie Brennen beim Wasserlassen, Blut im Urin sowie Schmerzen hervorrufen. Wegen des Risikos von Komplikationen ist es wichtig, eine Prostataentzündung umgehend mit Antibiotika zu behandeln.

Aktuelles aus Ihrer Apotheke

von astrea Apothekenmagazin • 14. Oktober 2026
Mit dem Jahresbeginn rollt in der Regel die saisonale Grippewelle übers Land. Aber ab wann spricht man überhaupt von einer Grippewelle? Was unterscheidet die «echte» Grippe von einem grippalen Infekt? Ein Hüsteln hier, ein Niesen da: Wenn draussen eisige Kälte herrscht und drinnen die Heizungsluft für trockene Schleimhäute sorgt, verfolgen uns Grippe- und Erkältungsviren auf Schritt und Tritt. Über winzige Tröpfchen entweichen sie erkrankten Personen beim Niesen, Husten oder Sprechen und verteilen sich auf die Umgebung. Für kurze Zeit verbleiben sie in der Luft, von wo sie durchs Einatmen direkt übertragen werden. Auf umliegenden Oberflächen überleben sie zudem mehrere Stunden und gelangen durch die Berührung mit den Händen über die Schleimhäute in den Körper der nächsten Person. Überschreitet die erfasste und auf die Bevölkerung hochgerechnete Anzahl an Grippeverdachtsfällen einen festgelegten Schwellenwert, ist von einer Grippewelle die Rede. Der Unterschied zwischen Erkältung und Grippe Nun hat man sie also, diese blöde Erkältung. Oder ist es doch die Grippe? Die Symptome einer Erkältung, auch grippaler Infekt genannt, und die der «echten» Grippe sind zwar ähnlich, beide Erkrankungen haben jedoch ansonsten nichts miteinander zu tun. Während sich eine Erkältung normalerweise mit Halsschmerzen und Fliessschnupfen ankündet, schlägt die Grippe mit plötzlich eintretendem Fieber, starker Abgeschlagenheit und Kopf- und Gliederschmerzen unerwartet zu. Als Auslöser einer Erkältung kommen über 200 verschiedene Erkältungsviren infrage. Bei der Grippe hingegen ist der Fall klar: Der Übeltäter heisst Influenzavirus. Dieses wird unterteilt in die Typen A, B und C. Die Typ-A-Viren sind für den Menschen die gefährlichsten und sorgen für die meisten Grippefälle. Sie werden anhand der Oberflächenmerkmale in Subtypen eingeteilt, wobei aktuell die Influenza-A-Subtypen A(H1N1)pdm09 und A(H3N2) dominieren. Typ-B-Viren kommen etwas seltener vor, während Typ-C-Viren unter Menschen kaum verbreitet sind. Nationale Überwachung von Grippeausbrüchen Grippeviren sind hoch ansteckend. Um eine Epidemie frühzeitig zu erkennen, wird die Grippe in der Schweiz durch mehrere Meldesysteme überwacht. So sind Laboratorien verpflichtet, dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) sämtliche positiven Influenza-Nachweise zu melden. Da aber nicht bei allen grippeähnlichen Beschwerden gleich ein Arztbesuch nötig ist und auch nicht alle mit Grippeverdacht in der Arztpraxis getestet werden, können diese Zahlen die aktuelle Grippesituation kaum ausreichend abbilden. Aus diesem Grund übernimmt das Meldesystem «Sentinella» eine wichtige Rolle bei der Überwachung von Grippeausbrüchen. Rund 180 Praxen melden freiwillig und anonym grippeähnliche Krankheits- und Verdachtsfälle an das BAG. Ergänzend dazu werden im Rahmen des spitalbasierten Meldesystems «CH-SUR» Daten zu Hospitalisierungen im Zusammenhang mit Influenza erfasst. Die Grippewelle Die aus den Meldesystemen gewonnenen Zahlen ergeben zusammen einen guten Überblick darüber, wie viele Grippefälle gerade die Schweiz heimsuchen. Da sich diese während der Wintermonate häufen, wird zwischen der Kalenderwoche 40 eines Jahres und der Kalenderwoche 20 des Folgejahres von der Grippesaison gesprochen. Überschreitet die erfasste und auf die Bevölkerung hochgerechnete Anzahl an Grippeverdachtsfällen einen festgelegten Schwellenwert, ist von einer Grippewelle die Rede. Eine solche ist meist zwischen den Monaten Dezember und März zu beobachten. Für die aktuelle Grippesaison 2023/24 wurde der Schwellenwert auf 68 entsprechende Arztkonsultationen pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner festgelegt. Nicht immer harmlos Während eine herkömmliche Erkältung für gesunde Personen keine Gefahr darstellt, verläuft die «echte» Grippe nicht immer harmlos. Influenzaviren breiten sich öfter auf Lunge, Herz und Gehirn aus als andere Viren. Zudem schwächt die Grippe das Immunsystem stark, was eine sekundäre Infektion mit Bakterien erleichtert. Komplikationen in Form einer Lungenentzündung, Ohrenentzündung oder entzündeter Bronchien sind mögliche Folgen, die auch lebensbedrohlich verlaufen können. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Schwangere, Personen mit chronischen Erkrankungen und frühgeborene Kinder. Grippebedingte Komplikationen führen jährlich zu rund 1000 bis 5000 Hospitalisationen sowie zu mehreren Hundert Todesfällen. Viel Ruhe und ausreichend Flüssigkeit Wer an einer Grippe erkrankt, gehört ins Bett. Nun steht die Linderung der Symptome und die Förderung der Genesung im Mittelpunkt. Dabei helfen vor allem viel Ruhe, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und allenfalls in der Apotheke erhältliche Medikamente zur Reduktion der Beschwerden. Antivirale Arzneimittel, die direkt auf das Virus wirken und dessen Vermehrung hemmen, können dazu beitragen, die Dauer und Schwere der Grippe zu verringern und Komplikationen zu verhindern. Sie kommen zum Einsatz, wenn ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf besteht, und werden vom Arzt oder der Ärztin verschrieben. Wichtig ist, dass eine entsprechende Therapie innert 24 bis 48 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome begonnen wird, da sie dann den grössten Nutzen aufweist. Und Antibiotika? Bei der Erkältung wie auch der Grippe handelt es sich um eine Infektion der oberen Atemwege, die hauptsächlich durch Viren verursacht wird. Antibiotika wirken hingegen nur bei Krankheiten, bei denen Bakterien im Spiel sind – weshalb sie bei einer einfachen Erkältung oder Grippe wirkungslos sind. Vorbeugen ist besser als heilen Die einfachste und wirksamste Möglichkeit, sich vor Grippe zu schützen, ist die jährliche Grippeimpfung. Mit nur einem kleinen Pieks reduziert sie das Risiko, sich selbst sowie seine Mitmenschen mit der saisonalen Grippe anzustecken und vermindert die Gefahr möglicher Komplikationen. Da sich Influenzaviren von Jahr zu Jahr verändern können, muss die Grippeimpfung jedes Jahr angepasst und aufgefrischt werden. Der Impfstoff besteht dabei aus Bruchstücken abgetöteter Influenzaviren, die eigens dafür in Hühnereiern gezüchtet werden müssen. Dieses Verfahren braucht Zeit. Aus diesem Grund versucht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits im Frühling eine Prognose zu erstellen, welche Viren für die Grippefälle im darauffolgenden Winter verantwortlich sein könnten. Wie hoch der Schutz der jährlichen Grippeimpfung schlussendlich also wirklich ist, hängt davon ab, wie gut diese Voraussage mit den tatsächlich zirkulierenden Erregern übereinstimmte.
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