Herz in Gefahr?

astrea Apothekenmagazin • 18. September 2024

Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören zu den häufigsten Todesursachen in der Schweiz. Etwa ein Drittel geht auf dieses Konto – dies entspricht über 20 000 Todesfällen jedes Jahr.

Der Begriff «Herz-Kreislauf-Erkrankungen» umfasst im weitesten Sinne alle Erkrankungen, die sich auf das Herz und den Blutkreislauf beziehen. Im engeren Sinne sind damit vor allem die koronare Herzkrankheit (KHK), der Herzinfarkt sowie Schlaganfall gemeint.


Hintergrundwissen

Alle drei Erkrankungen hängen mit einer Durchblutungsstörung beziehungsweise Arterienverkalkung zusammen.


Bei der koronaren Herzkrankheit verstopfen die Herzkranzgefässe zunehmend, weshalb das Herz immer schlechter durchblutet wird. Betroffene kommen bei körperlicher Anstrengung schnell ausser Puste und können ein Druckgefühl im Brustkorb spüren.


Beim Herzinfarkt wiederum verschliesst sich ein wichtiges, grosses Herzkranzgefäss plötzlich komplett, wodurch das Herz nicht mehr richtig mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Ein brennender Schmerz hinter dem Brustbein ist ein solches Anzeichen.


Ähnlich wie beim Herzinfarkt löst eine abrupte Durchblutungsstörung im Gehirn einen Schlaganfall aus. Lähmungen, starke Kopfschmerzen und verwaschenes Sprechen sind Hinweise. In beiden Fällen heisst es: direkt in den Notfall!


Faktencheck

Lernen Sie mehr über Ihr eigenes Risiko und wie es sich senken lässt. Die schlechte Nachricht zuerst: Ein paar Faktoren lassen sich leider nicht beeinflussen. So ist es ganz natürlich, dass das Risiko mit zunehmendem Alter steigt – es ist wie bei einem alternden Haus, dessen Leitungsrohre mit der Zeit rostig werden. Ob Sie ein Mann oder eine Frau sind, lässt sich ebenfalls nicht ändern. Die weiblichen Hormone haben nämlich bis zu den Wechseljahren einen gewissen schützenden Effekt. Zudem lassen sich «schlechte» Gene nicht unter den Teppich kehren. Falls nahe Verwandte bereits eine Herz-Kreislauf-Erkrankung in ihrer Vorgeschichte haben, besteht eine Möglichkeit, dass Sie selbst anfällig sind.


Wie man das Risiko von Herzkrankheiten senkt

Ran an die Ursachen

Hier kommt die gute Nachricht: Verschiedene Risikofaktoren lassen sich positiv beeinflussen.


So ist erwiesen, dass Rauchen die Durchblutung negativ beeinflusst. Neben den klassischen Nikotinersatzprodukten kann ein Spray mit spagyrischen Pflanzenessenzen den Griff zur Zigarette ersetzen – probieren Sie es aus!


Zu hoher Blutdruck ist auch hinterhältig, denn dies verursacht lange keine Beschwerden. Vielleicht hat Ihre Tante ein Gerät, mit dem Sie zwischendurch den Blutdruck messen können. Der italienische Arzt Scipione Riva-Rocci legte übrigens den Grundstein für das moderne Verfahren der Blutdruckmessung im Jahr 1896 – ein Fahrradschlauch inspirierte ihn bei der Entwicklung der Manschette.


Blutwerte unter der Lupe

Eine weitere Ursache können zu hohe Cholesterinwerte sein. Unser Körper braucht zwar Cholesterin für die Bildung von Hormonen und Zellmembranen, doch vor allem das schlechte LDL-Cholesterin begünstigt die Bildung von Ablagerungen in den Gefässen.


Ebenso kann ständig hoher Blutzucker die Adern schädigen und ihre Verkalkung fördern. Insbesondere der Altersdiabetes (Diabetes mellitus Typ 2) soll hier erwähnt werden, der sich mit zunehmenden Jahren lange unentdeckt entwickeln kann. Sie können von Zeit zu Zeit eine vorsorgliche Blutuntersuchung beim Arzt oder in der Apotheke machen lassen, um hohe Cholesterin- und Blutzuckerwerte zu enttarnen.


Gesunde Lebensweise für das Herz

Raus aus dem Trott

Essen spielt generell eine wichtige Rolle – schliesslich ist der Mensch, was er isst. Vor allem Menschen mit Übergewicht neigen nämlich zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine herzgesunde Ernährungsumstellung kann die Pfunde purzeln lassen und sich positiv auf Cholesterin und Blutzucker auswirken – eine mediterrane Kost steht im Fokus. Es gibt gute Kochbücher zu diesem Thema, sogar von der Schweizerischen Herzstiftung.


Bewegung für Herzgesundheit

Bewegungsmuffel aufgepasst: Auch Sport hilft, um fit zu bleiben und das Körpergewicht unter Kontrolle zu halten. Schon ein täglicher Spaziergang kann Wunder bewirken.

Aktuelles aus Ihrer Apotheke

von astrea Apothekenmagazin • 14. Oktober 2026
Mit dem Jahresbeginn rollt in der Regel die saisonale Grippewelle übers Land. Aber ab wann spricht man überhaupt von einer Grippewelle? Was unterscheidet die «echte» Grippe von einem grippalen Infekt? Ein Hüsteln hier, ein Niesen da: Wenn draussen eisige Kälte herrscht und drinnen die Heizungsluft für trockene Schleimhäute sorgt, verfolgen uns Grippe- und Erkältungsviren auf Schritt und Tritt. Über winzige Tröpfchen entweichen sie erkrankten Personen beim Niesen, Husten oder Sprechen und verteilen sich auf die Umgebung. Für kurze Zeit verbleiben sie in der Luft, von wo sie durchs Einatmen direkt übertragen werden. Auf umliegenden Oberflächen überleben sie zudem mehrere Stunden und gelangen durch die Berührung mit den Händen über die Schleimhäute in den Körper der nächsten Person. Überschreitet die erfasste und auf die Bevölkerung hochgerechnete Anzahl an Grippeverdachtsfällen einen festgelegten Schwellenwert, ist von einer Grippewelle die Rede. Der Unterschied zwischen Erkältung und Grippe Nun hat man sie also, diese blöde Erkältung. Oder ist es doch die Grippe? Die Symptome einer Erkältung, auch grippaler Infekt genannt, und die der «echten» Grippe sind zwar ähnlich, beide Erkrankungen haben jedoch ansonsten nichts miteinander zu tun. Während sich eine Erkältung normalerweise mit Halsschmerzen und Fliessschnupfen ankündet, schlägt die Grippe mit plötzlich eintretendem Fieber, starker Abgeschlagenheit und Kopf- und Gliederschmerzen unerwartet zu. Als Auslöser einer Erkältung kommen über 200 verschiedene Erkältungsviren infrage. Bei der Grippe hingegen ist der Fall klar: Der Übeltäter heisst Influenzavirus. Dieses wird unterteilt in die Typen A, B und C. Die Typ-A-Viren sind für den Menschen die gefährlichsten und sorgen für die meisten Grippefälle. Sie werden anhand der Oberflächenmerkmale in Subtypen eingeteilt, wobei aktuell die Influenza-A-Subtypen A(H1N1)pdm09 und A(H3N2) dominieren. Typ-B-Viren kommen etwas seltener vor, während Typ-C-Viren unter Menschen kaum verbreitet sind. Nationale Überwachung von Grippeausbrüchen Grippeviren sind hoch ansteckend. Um eine Epidemie frühzeitig zu erkennen, wird die Grippe in der Schweiz durch mehrere Meldesysteme überwacht. So sind Laboratorien verpflichtet, dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) sämtliche positiven Influenza-Nachweise zu melden. Da aber nicht bei allen grippeähnlichen Beschwerden gleich ein Arztbesuch nötig ist und auch nicht alle mit Grippeverdacht in der Arztpraxis getestet werden, können diese Zahlen die aktuelle Grippesituation kaum ausreichend abbilden. Aus diesem Grund übernimmt das Meldesystem «Sentinella» eine wichtige Rolle bei der Überwachung von Grippeausbrüchen. Rund 180 Praxen melden freiwillig und anonym grippeähnliche Krankheits- und Verdachtsfälle an das BAG. Ergänzend dazu werden im Rahmen des spitalbasierten Meldesystems «CH-SUR» Daten zu Hospitalisierungen im Zusammenhang mit Influenza erfasst. Die Grippewelle Die aus den Meldesystemen gewonnenen Zahlen ergeben zusammen einen guten Überblick darüber, wie viele Grippefälle gerade die Schweiz heimsuchen. Da sich diese während der Wintermonate häufen, wird zwischen der Kalenderwoche 40 eines Jahres und der Kalenderwoche 20 des Folgejahres von der Grippesaison gesprochen. Überschreitet die erfasste und auf die Bevölkerung hochgerechnete Anzahl an Grippeverdachtsfällen einen festgelegten Schwellenwert, ist von einer Grippewelle die Rede. Eine solche ist meist zwischen den Monaten Dezember und März zu beobachten. Für die aktuelle Grippesaison 2023/24 wurde der Schwellenwert auf 68 entsprechende Arztkonsultationen pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner festgelegt. Nicht immer harmlos Während eine herkömmliche Erkältung für gesunde Personen keine Gefahr darstellt, verläuft die «echte» Grippe nicht immer harmlos. Influenzaviren breiten sich öfter auf Lunge, Herz und Gehirn aus als andere Viren. Zudem schwächt die Grippe das Immunsystem stark, was eine sekundäre Infektion mit Bakterien erleichtert. Komplikationen in Form einer Lungenentzündung, Ohrenentzündung oder entzündeter Bronchien sind mögliche Folgen, die auch lebensbedrohlich verlaufen können. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Schwangere, Personen mit chronischen Erkrankungen und frühgeborene Kinder. Grippebedingte Komplikationen führen jährlich zu rund 1000 bis 5000 Hospitalisationen sowie zu mehreren Hundert Todesfällen. Viel Ruhe und ausreichend Flüssigkeit Wer an einer Grippe erkrankt, gehört ins Bett. Nun steht die Linderung der Symptome und die Förderung der Genesung im Mittelpunkt. Dabei helfen vor allem viel Ruhe, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und allenfalls in der Apotheke erhältliche Medikamente zur Reduktion der Beschwerden. Antivirale Arzneimittel, die direkt auf das Virus wirken und dessen Vermehrung hemmen, können dazu beitragen, die Dauer und Schwere der Grippe zu verringern und Komplikationen zu verhindern. Sie kommen zum Einsatz, wenn ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf besteht, und werden vom Arzt oder der Ärztin verschrieben. Wichtig ist, dass eine entsprechende Therapie innert 24 bis 48 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome begonnen wird, da sie dann den grössten Nutzen aufweist. Und Antibiotika? Bei der Erkältung wie auch der Grippe handelt es sich um eine Infektion der oberen Atemwege, die hauptsächlich durch Viren verursacht wird. Antibiotika wirken hingegen nur bei Krankheiten, bei denen Bakterien im Spiel sind – weshalb sie bei einer einfachen Erkältung oder Grippe wirkungslos sind. Vorbeugen ist besser als heilen Die einfachste und wirksamste Möglichkeit, sich vor Grippe zu schützen, ist die jährliche Grippeimpfung. Mit nur einem kleinen Pieks reduziert sie das Risiko, sich selbst sowie seine Mitmenschen mit der saisonalen Grippe anzustecken und vermindert die Gefahr möglicher Komplikationen. Da sich Influenzaviren von Jahr zu Jahr verändern können, muss die Grippeimpfung jedes Jahr angepasst und aufgefrischt werden. Der Impfstoff besteht dabei aus Bruchstücken abgetöteter Influenzaviren, die eigens dafür in Hühnereiern gezüchtet werden müssen. Dieses Verfahren braucht Zeit. Aus diesem Grund versucht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits im Frühling eine Prognose zu erstellen, welche Viren für die Grippefälle im darauffolgenden Winter verantwortlich sein könnten. Wie hoch der Schutz der jährlichen Grippeimpfung schlussendlich also wirklich ist, hängt davon ab, wie gut diese Voraussage mit den tatsächlich zirkulierenden Erregern übereinstimmte.
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